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Wie schreibe ich ein Buch? Dein Weg vom ersten Buchstaben bis zur Veröffentlichung.

“Ich will Schriftsteller werden!” Hast du das auch geantwortet, wenn du als Kind nach deinen Zukunftsplänen gefragt wurdest? In Phantasiewelten schwelgen, sich spannende Stories und tolle Helden ausdenken. Und dann natürlich einen Bestseller landen und viel Geld damit verdienen. Dafür, dass dieser Traum Wirklichkeit wird, muss man einiges tun, und vor allem muss man es richtig tun. Unsere Tipps kannst du deshalb als roten Faden betrachten, an dem du dich vom Labyrinth des Schreibens heraus bis hin zur Veröffentlichung deines Buches orientieren kannst.

Wie schreibe ich ein Buch? Dein Weg vom ersten Buchstaben bis zur Veröffentlichung.

Inhaltsübersicht

  1. Die Ideenfindung – Worüber soll ich mein Buch schreiben?
  2. Das braucht jedes gute Buch – Eine kurze Anleitung zum Schreiben lernen
  3. Alles auf Anfang – und los! Der Schreibprozess.
  4. Das hilft gegen die Schreibblockade
  5. Die 5 besten Tipps gegen die Schreibblockade
  6. Fertig! Oder? So kannst du dein Buch veröffentlichen.

1. Die Ideenfindung – Worüber soll ich mein Buch schreiben?

Viele Autoren beginnen mit dem Schreiben, weil sie eine Idee haben, einen Gedanken oder ein Thema, das ihnen auf dem Herzen liegt. Aber damit ist es nicht getan, denn für die Entwicklung der Idee zur Geschichte ist viel Kreativität gefragt. Es beginnt der Ideenfindungsprozess.

Suche Inspiration!

Auf einer großen Reise, beim Schlendern durch den Park, Plaudern mit Freunden oder völlig Fremden, beim Musizieren oder während eines Kochkurses – Inspiration findet jeder woanders!

Suche Ideen und Inspiration!

Lass Ideen reifen!

Manch einer muss akribisch im Museum recherchieren, ein anderer sich in den Welten seiner Lieblingsbücher verlieren und wieder andere warten auf dem stillen Örtchen darauf, dass die Muse sie küsst. Was auch immer du tust: Hab immer etwas zum Schreiben griffbereit! Sei es nun im eigens angelegten Notizbuch oder im Smartphone, du musst deine Ideen sofort aufschreiben können. Und warte nicht auf den EINEN grandiosen Einfall. Ideen reifen mit der Zeit, Pläne können ungeahnte Richtungen einschlagen – Hauptsache ist, dass du loslegst!

Entscheide rational!

Natürlich kannst du die Ideenfindung auch etwas strukturierter angehen. Möchtest du unbedingt einen Bestseller schreiben, dann sieh dir an, in welchen Genres dir das gut gelingen könnte. Ein Krimi oder eine romantische Komödie verkaufen sich für gewöhnlich besser als ein Horror-Splatter mit Setting im Weltall. In die Entscheidung können auch schon Überlegungen zum Format deines Textes einfließen: Romane finden zumeist ein breiteres Publikum als Kurzgeschichten oder Gedichte.

Schreibe, worauf du Lust hast.

Viele Regeln und Begrenzungen sind der Feind jeglicher Kreativität. Deswegen gilt: Es gibt nichts, worüber du nicht schreiben darfst! Grundsätzlich kann alles, was in deinem Kopf vorgeht, zu einem Buch werden. Am wichtigsten ist, dass du glücklich bist mit dem Thema, das du wählst. Denn sonst wirst du es nicht bis zum fertigen Manuskript schaffen.

2. Das braucht jedes gute Buch – Eine kurze Anleitung zum Schreiben lernen

Kurse über kreatives Schreiben gibt es viele. Eine Übersicht über Schreibschulen in Deutschland bietet dir zum Beispiel der Blog leselupe.de.f Aber kann man Schreiben wirklich durch Üben lernen? Wir denken, dass ein Tropfen Schriftsteller-Blut bestimmt dazugehört – in Kombination mit der richtigen Technik und viel Erfahrung. Hier haben wir für dich kurz zusammengefasst, worauf es dabei ankommt.

a. Spannung

Spannung aufzubauen heißt nicht, dass du einen Krimi schreiben sollst. Ein gutes Buch – ob Liebesschnulze, Actionthriller oder historischer Roman – fesselt seinen Leser, da sind wir uns wohl einig, und das kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise geschehen.

So wird es für die Leser spannend!

Spannung gewinnt dein Buch, wenn
● du einen gut durchdachten Hauptkonflikt hast, um den sich dein Plot entwickelt, und der sich als roter Faden durch die Handlung zieht,
● mehrere Nebenkonflikte den Hauptkonflikt unterstützen,
● die Handlung einen Spannungsbogen hat – mit Höhepunkt, unerwarteten Wendungen und einem klaren (dramatischen) Ausgang,
● du Geschehnisse eher bildlich durch Handlungen, Gedanken und Dialoge zeigst, anstatt sie zu beschreiben,
● manche Szenen nicht unverhältnismäßig lang sind gegenüber anderen.

Spannung verliert dein Buch zum Beispiel, wenn
● du Dialoge zu lang und detailliert ausdehnst,
● zu viele Geschehnisse und Wendungen “einfach zufällig” eintreten,
● du zu häufig die Erzählperspektive wechselst,
● du dem Leser erklärst, was er eigentlich schon weiß, aber auch wenn,
● du zu viel Wissen beim Leser voraussetzt.

b. Guter Stil

Was ist eigentlich guter Stil? Darauf wirst du unzählige verschiedene Antworten finden. Stil ist Geschmackssache und kann deswegen nicht durch präzise Regeln definiert werden. Im Endeffekt musst du entscheiden, welcher Schreibstil zu dir und deinem Buch passt – lass dich nicht verbiegen!

Allerdings sollte dein Stil die Lesbarkeit deines Textes nicht behindern, sondern den Leser möglichst in ihn hineinziehen. Dabei helfen die folgenden grundsätzlichen Tipps:
● Übertreibe es nicht mit den Adjektiven.
● Vermeide Phrasen und Klischees.
● Schreibe nicht zu kompliziert und umständlich, sondern lieber knapp und klar.
● Versuche Hilfsverben (“haben”, “sein”) durch konkrete Verben zu ersetzen.
● Wechsle die Erzählperspektive nicht zu häufig.
● Versuche deinen Stil, dem Inhalt anzupassen – bei actionreichen Plots bietet es sich an, das Erzähltempo anzuziehen, romantische Geschichten werden durch ausführliche Beschreibungen, Metaphern und Bilder unterstützt.

c. Interessante und glaubwürdige Charaktere

Auch deine Figuren machen ein Buch spannend. Durch sie lebt die Handlung. Interessante Charaktere haben etwas Besonderes an sich – ein Erlebnis in ihrer Vergangenheit, einen Charakterzug oder auch eine spezielle Lebenssituation. Der Leser muss einen Grund haben, mehr über sie erfahren zu wollen. Leichter ist das natürlich, wenn deine Hauptfigur gleichzeitig ein Sympathieträger ist – aber über perfekte Menschen ohne Fehler möchte auch niemand lesen!

Damit diese Hauptfigur (und natürlich auch die anderen Charaktere) für deine Leser spannend bleibt, sollte sie im Verlauf der Handlung eine Entwicklung durchmachen. Niemand ist am Ende eines Romans begeistert, wenn die schüchterne Einzelgängerin den ganzen Roman hindurch vom süßen Busfahrer träumt, aber sich am Ende immer noch nicht getraut hat, ihn anzusprechen.

Generell gilt: Nimm dir Zeit, deine Figuren zu entwickeln. Du musst sie in und auswendig kennen, damit du weißt und glaubhaft vermitteln kannst, wie sie in bestimmten Situationen handeln und denken.

d. Gute Recherche

Dass du bei einem historischen Roman alle Details über die beschriebene Zeit kennen solltest, ist wohl selbstverständlich. Aber auch bei einem Krimi oder Thriller bietet es sich an, zu wissen, wie dieses Pistolenmodell geladen wird, wie Polizeiarbeit funktioniert. Und schreibst du eine Liebesszene, solltest du selbst schon mal geküsst haben (oder zumindest viel über das Küssen wissen).

Recherche kann auch bedeuten, viele andere Bücher zu lesen oder Filme zu schauen. Die Qualität deines Buches wird sie auf jeden Fall steigern!

Und noch ein Hinweis zum Schluss: Ja, auch beim Schreiben gilt: Übung macht den Meister! Erwarte nicht, dass du sofort alles perfekt kannst. Du wirst sehen, mit jeder neuen Geschichte hast du die hier genannten Praktiken besser drauf. Ausführlichere Tipps zum Schreiben findest du im Netz zum Beispiel bei der Schreibtrainerin Dr. Anette Huesmann.

3. Alles auf Anfang – und los! Der Schreibprozess.

Am Anfang war … der Plan. Aber am Anfang war doch eigentlich das Wort, meinst du? Dem müssen wir hier widersprechen. Denn bevor du wie wild mit dem Schreiben beginnst, solltest du dir über viele der Dinge aus Punkt 2 im Klaren sein. Sonst ist die Gefahr hoch, dass Unstimmigkeiten auftreten oder du das Ziel deines Plots aus den Augen verlierst. Dicke Notizbücher oder kleine gelbe Klebezettel an der Wand, Mindmaps und lange Zeitstrahlen oder Whiteboards mit Figurenkonstellationen. Es gibt viele Wege, das Romanschreiben strukturiert anzugehen.

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Wähle dein persönliches Schreibgerät.

Heutzutage liegt das Tippen am Computer nahe: Du kannst leicht im Text schieben und verbessern oder an verschiedenen Dokumente gleichzeitig arbeiten. Doch der Computer birgt auch Gefahren: Ablenkung durch die verlockenden Weiten des Internets oder müde Augen zum Beispiel. Natürlich gibt es viele andere Möglichkeiten. Ob auf Opas alter Schreibmaschine oder mit der Hand, auf Servietten, Bierdeckeln oder in ein Diktiergerät gesprochen – wichtig ist, dass du die Form der Aufzeichnung wählst, die dich in deinen Gedanken nicht einschränkt, sondern deine Kreativität fördert.

Beweise Disziplin!

Ein Buchprojekt anzufangen ist nicht schwer – es tatsächlich abzuschließen hingegen schon! Um deine Idee zu einem fertigen Buch zu entwickeln, brauchst du vor allem eines: Disziplin! Hier sind drei Tipps, die dir das Durchhalten erleichtern:

1. Schreibe zu festen Zeiten

Wir sind Gewohnheitstiere! Routinen und ein gewisser Schreib-Rhythmus erleichtern es, sich wirklich jeden Tag an den Schreibtisch (oder deinen bevorzugten Schreib-Ort) zu setzen, und schützen vor Prokrastination.

2. Schütze dich vor Ablenkung

Programme wie ZenWriter helfen dir dabei, indem es deinen Text im Vollbildmodus und sonst nur sehr wenig Buttons zeigt. Außerdem kannst du zwischen einem Tages- und einem Nachtmodus wählen und deinen Augen damit einen Gefallen tun.

3. Setze dir konkrete Deadlines

Wann soll das erste Kapitel stehen? Wann das ganze Projekt abgeschlossen sein? Ein fester Zeitplan und auch ein Schreibtagebuch helfen dir, fokussiert zu bleiben, und unterstützen deine Motivation. Denn was gibt es schöneres, als die eigenen Ziele zu erreichen?

Nutze Programme und Tools als Unterstützung.

Passende Tools als Unterstützung

Sich als Schriftsteller Hilfe zu holen, ist absolut erlaubt – und erleichtert den Schreibprozess oft erheblich. Diese Programme unterstützen deine Kreativität und das strukturierte Arbeiten am eigenen Manuskript.

a. yWriter

Dieses kostenlose Programm hilft Schriftstellern beim Aufbau und Strukturieren ihres Manuskripts. Du kannst Kapitel und Szenen anlegen, ihnen Orte, Dinge und Charaktere hinzufügen, für die du zuvor eigene Beschreibungen angelegt hast. Auch bei der Materialsammlung hilft yWriter dir.

b. Scrivener

Weit mehr Umfang bietet das Programm Scrivener, das du für 40USD kaufen kannst. Zu den Möglichkeiten von yWriter kommen hier noch zahlreiche weitere Features wie zum Beispiel Vorlagen für verschiedene Manuskriptformen. Midnight-Autorin Joanna Penn hat auf Ihrem Blog einmal zusammengefasst, wie Scrivener aus dir einen professionellen Autor macht.

c. Das gleiche, nur anders: Storymill

Dir ist Scrivener zu kompliziert, du magst seine Benutzeroberfläche nicht oder hast einfach mal Lust, etwas anderes auszuprobieren? Dann empfehlen wir Storymill. Es bietet ganz ähnliche Funktionen und hilft dir, deinen Kreativitäts- und Schreibprozess zu überwachen.

d. Ein echter Alleskönner: Squid

Das Textverarbeitungsprogramm Squid ist perfekt auf Schriftsteller zugeschnitten. Es ist mit 180€ nicht gerade billig, bietet dafür aber viel. Squid korrigiert Rechtschreibung und Grammatik nach Duden-Richtlinien und unterstützt dich bei der geordneten Materialsammlung sowie bei der übersichtlichen Entwicklung deiner Handlung. Außerdem hat das Programm auch eine Lektorenbrille auf, es achtet auf gute Lesbarkeit, zu lange Sätze, Wortdoppelungen und vieles mehr.

e. Nur für Hartgesottene: Flowstate

Das Tool Flowstate hat ein relativ einfaches Konzept: Wenn du zu früh aufhörst, zu schreiben, wird das gelöscht, was du bis dahin geschrieben hast. Das ist so hart und offensichtlich schmerzhaft, dass man, komme was wolle, am Schreiben bleibt. Richtig Harte diese Methode freilich auch ohne das Tool anwenden: Wenn zu früh aufgehört wird zu schreiben, dann wird das Geschriebene eben von Hand wieder gelöscht.

Natürlich gibt es noch viele andere kostenlose und kostenpflichtige Schreib-Programme für Autoren. Schau dich einfach mal ein wenig im Netz um und lies dir Erfahrungsberichte durch.

4. Die 5 besten Tipps gegen die Schreibblockade

Dein Kopf ist leer, deine Gedanken haben sich in den Urlaub verabschiedet, und deine Finger streiken. Klarer Fall: Schreibblockade!

Keine Sorge, das passiert den Besten. Und mit diesen fünf Tipps bekommst du die Schranken in deinem Kopf ganz schnell wieder geöffnet.

1. Schreib einfach mal Quatsch.

Tippe einfach mal drauf los. Das führt zu nichts, denkst du? Doch! Schreibst du 15 Minuten einfach mal irgendeinen Mist, gewöhnen sich nicht nur deine Finger an die Bewegung, sondern vor allem auch dein Kopf! Die Gedanken werden dann wieder viel freier fließen.

2. Schreibe mit Plan.

Es klingt banal, ist aber essentiell: Du musst wissen, worüber du schreibst. Einen anfänglichen Plan zu entwerfen, reicht oft nicht. Rufe dir immer wieder genau ins Gedächtnis, was, wie und warum du etwas schreiben möchtest. Dann findest du auch bald wieder die richtigen Worte!

3. Mach Pausen!

Geh joggen oder zum Yoga, triff Freunde oder beobachte Leute im Café, lies ein Buch oder sieh dir einen Film an – kurz: Beschäftige dich mit etwas ganz anderem und denk bloß nicht an dein Manuskript oder das Schreiben. Das ist keine Zeitverschwendung, sondern lässt die besten Ideen in deinem Kopf reifen!

4. Denke nicht an die Leser.

Leser oder noch schlimmer Lektor schon im Kopf? Wenn dir ständig jemand über die Schulter schaut, stehst du viel zu sehr unter Druck. Schreibe das Buch für dich selbst! Und versuche bloß nicht, besonders originell zu sein. Was die Leser von deinem Werk halten, wirst du noch früh genug erfahren.

5. Ändere deine Routine.

Schreib einfach mal woanders oder zu einer anderen Zeit. Oder nimm eine alte Schreibmaschine statt deinem Laptop (den du ja gerade sowieso an die Wand schmeißen wolltest). Routinen können helfen – aber ihr Gegenteil der auch!

Ein letzter Tipp, vielleicht der wichtigste, zum Schluss: Lies nicht zu viele Artikel darüber, wie du deine Schreibblockade am besten überkommst!

5. Ohne geht es nicht: Überarbeite dein Manuskript!

Du hast deine Geschichte niedergeschrieben – die Arbeit ist getan, denkst du. Falsch, sie geht jetzt erst los! Natürlich musst du es irgendwann auch schaffen, dein “Baby” loszulassen, aber zuerst werden zahlreiche Überarbeitungsrunden ihm sehr gut tun und beim Erwachsenwerden helfen.

Am besten lässt du das Geschriebene erst einmal eine Weile ruhen. Dann kannst du es ausdrucken, deine Stirn in kritische Falten legen und loslegen. Versuche, den Blick des Lesers einzunehmen und auf Dinge zu achten, für die du beim ersten Schreiben keine Zeit oder keinen Nerv hattest: auf Logik und Struktur, auf Rechtschreibung und Grammatik und natürlich auf stilistische Feinheiten. Möglicherweise brauchst du für all diese Punkte einen eigenen oder mehrere Durchläufe.

a. Hole dir konstruktives Feedback

Du selbst wirst irgendwann blind für deinen Text. Sobald du der Meinung bist, dein Buch kann in fremde Hände, solltest du es deswegen Testlesern geben. Natürlich können das dein Ehepartner, deine beste Freundin oder deine Eltern sein – aber bei ihnen stehen die Chancen auf ein objektives Feedback sicher nicht so hoch wie bei unbeteiligten Dritten. Achte darauf, eine möglichst heterogene Gruppe an Testlesern auszuwählen, damit du verschiedene Perspektiven auf dein Buch bekommst. Jeder achtet auf andere Dinge beim Lesen.

Finde Testleser im Netz
Eine sehr gute und einfache Möglichkeit, dein Buch fremden, unvoreingenommenen Testlesern zur Verfügung zu stellen, ist die Plattform Wattpad. In dieser Community für Leser und Autoren sind mehr als 40 Millionen Mitglieder aktiv, viele von ihnen stammen aus Deutschland. Auf Wattpad kannst du entweder dein gesamtes Manuskript präsentieren und auf Feedback warten, oder sogar Kapitel für Kapitel von den Lesern begleiten und mitbestimmen lassen. Natürlich können Manuskripte auch auf anderen Social Media Plattformen wie zum Beispiel Facebook oder bei Vorablesen besprochen werden.

Stelle konkrete Fragen
Das Urteil deiner Testleser solltest du so wenig wie möglich beeinflussen – du möchtest ja ehrliche Kritik. Mit ein paar gezielten Fragen kannst du ihnen jedoch genau die Informationen entlocken, die für die Optimierung des Textes essentiell sind. Dazu gehören:
1. Hat dich die Geschichte gefesselt?
2. Sind die Figuren interessant, lebensnah, Sympathieträger, gut entwickelt, abwechslungsreich?
3. Hat dich etwas am Text verwirrt? Gibt es Stellen, die unlogisch erscheinen? Oder sogar Lücken?
4. Wie gefällt dir mein Stil?
5. Würdest du das Buch weiterempfehlen?

b. Tausche dich mit anderen Autoren aus

In deiner eigenen kleinen Schreib-Blase lässt sich das schnell vergessen, aber andere Autoren stehen täglich vor ganz ähnlichen Problemen wie du. Tausche dich mit ihnen über Strategien zur Plot-Entwicklung aus oder hole dir Tipps, was du mit deiner widerspenstigen Hauptfigur anstellen sollst!

Hör dich doch mal in deiner Gegend um, vielleicht gibt es einen Autoren-Treff. Und im Internet findest du zahlreiche Webseiten, Foren und Diskussionsrunden professioneller und weniger professioneller Schreiberlinge. Für die Autoren von Midnight und Forever haben wir zu diesem Zwecke zum Beispiel eine eigene Facebook-Gruppe gegründet. Und Midnight-Autor Marcus Johanus gibt auf seinem Blog wertvolle Tipps für Autoren.
Abgesehen davon kannst du dir hier noch eine sympathische junge Dame ansehen, die einiges über’s Schreiben verrät.

c. Sei selbstkritisch und „Kill your Darlings“!

Das beste Feedback bringt natürlich gar nichts, wenn du es nicht annehmen kannst. Sicher, es ist schwer, sich von schönen Sätzen, ganzen Kapiteln oder einzelnen Figuren zu trennen. Kill your Darlings, Töte deine Lieblinge, ist ein berühmt gewordener Spruch des großen amerikanischen Autors William Faulkner. Wenn es deiner Geschichte und dem Leser gut tut, dann Augen zu – und Peng!

6. Fertig! Oder? So kannst du dein Buch veröffentlichen.

Das fertige Manuskript liegt vor dir auf dem Schreibtisch. Aber dort soll es natürlich nicht bleiben. Als Autor hast du nun verschiedene Möglichkeiten, dein Buch zu den richtigen Lesern zu bringen. Ein Ziel, viele Wege: Verlag, Self-Publishing oder doch Hybrid-Autor werden?

Der Klassiker: Veröffentlichen im Verlag

Das ist der Traum vieler Autoren. Tatsächlich bietet dir die Zusammenarbeit mit einem Verlag viele Vorteile: Ein Lektor holt mit dir zusammen das Beste aus deinem Werk heraus, die erfahrenen Marketing-, Presse- und Vertriebsteams bringen dein Buch zu den Lesern und der Verlagsname kann ein förderlicher Image-Faktor sein. Du bist durch einen Vertrag in deinen Rechten und Honoraren abgesichert und hast einen starken Partner an deiner Seite.

Durch die Entwicklung und Digitalisierung der Buchwelt finden sich für das Veröffentlichen im Verlag verschiedene Modelle. So funktioniert es zum Beispiel bei Midnight und Forever.

Im Alleingang – Self-Publishing-Autoren

Das kann ich doch alles alleine! Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ein Buch als Print- oder E-Book selbst zu veröffentlichen. Was man von außen nicht sieht: Das ist echt viel Arbeit! Denn der Autor muss sich nicht nur um das Schreiben, sondern auch um die Korrektur, die Herstellung, den Vertrieb und natürlich das gesamte Marketing selbst kümmern. Viele Tipps und News für Self-Publisher bietet Matthias Matting in seiner Self-Publisher-Bibel.

Warum entscheiden? Hybrid-Autoren

Auch das kann eine Lösung sein: Autoren machen einfach beides. Mal Verlag, mal so. 2015 haben rund 35% der Indie-Autoren schon mindestens ein Mal bei einem Verlag veröffentlicht, ein Drittel von ihnen sogar mehrfach. Genaueres kannst du dir in dieser Selfpublisher-Studie ansehen. Manche Verlage sind damit einverstanden, dass ein Autor einige seiner Bücher selbst veröffentlicht. Andersherum können natürlich Verlage auf deine selbst veröffentlichten Bücher aufmerksam werden.

Emily Bold zum Beispiel feierte erst große Erfolge mit ihren über Kindle Direct Publishing veröffentlichten Büchern, schrieb dann ein Buch für Forever by Ullstein. 2015 erschien Ihr Roman “Lichtblaue Sommernächte” dann als Ullstein Taschenbuch. Bist du ein Neuling im Geschäft, dann ist die Zusammenarbeit mit einem Verlag sicher die beste Option für dich.

Den richtigen Verlag finden

Einen Verlag zu finden, der deine Geschichte veröffentlicht, ist natürlich kein Kinderspiel. Aber mit ein paar Profi-Tipps wird es deutlich erfolgsversprechender.

1. Informiere dich darüber, in welche Verlagsprogramme deine Geschichte passt.
Du hast einen Thriller geschrieben, so einen richtig blutigen Pageturner? Dann solltest du ihn vielleicht nicht dem Carlsen Verlag anbieten, denn der veröffentlicht Bücher für Kinder. Die Lektoren von Suhrkamp werden deinen YA-Fantasy-Roman augenrollend in den Mülleimer befördern, denn dieses Genre veröffentlicht der Verlag einfach nicht. Bevor du also 25 Manuskripte ganz umsonst verschickst, recherchiere genau, wo dein Buch sich zu Hause fühlen würde. Achte dabei auch darauf, dass im Verlagsprogramm aktuell nicht zu viele Bücher stehen, die genau dein Thema behandeln. Bei Wikipedia gibt es zum Beispiel eine Liste mit allen deutschsprachigen Verlagen, zu vielen von Ihnen ist dort sogar schon eine grobe Genre-Richtung angegeben.

2. Gucke nicht nur bei den “ganz Großen”
Arbeite dich durch die Liste der Verlage und schrecke dabei auch vor kleineren Verlagen oder Imprints nicht zurück. Sicher, alle Autoren wollen bei den “ganz Großen” erscheinen, aber aus genau diesem Grund ist dort auch die Konkurrenz viel höher. Außerdem kann die beste Veröffentlichungsform von Buch zu Buch unterschiedlich sein. Wenn deine Story prima in das Programm eines kleinen Genre-Verlags passt oder aber als E-Book im Digitalverlag auf das richtige Publikum trifft, dann könnte genau das der Auftakt deiner Karriere sein. Leser wissen, dass sie bei diesem Verlag genau das Richtige für sie erwartet, sie entdecken dich als Newcomer dort einfach schneller.

Bringe dein Manuskript in die richtige Form

Nicht nur das falsche Genre lässt den Verlags-Lektor dein Manuskript missachten. Zwar sagt man, es kommt auf die inneren Werte an – aber ein schöneres Äußeres hat noch niemandem geschadet. Auch deinem Manuskript nicht.

Das fertige Manuskript

Beachtest du beim Einsenden deiner Geschichte die folgenden Regeln, wird dir jeder Lektor sofort wohlwollender gegenüber stehen.

a. Formatiere dein Manuskript
Beim Format gilt: keine Experimente! Du verwendest am besten eine unaufgeregte, simple Schrift (wie z.B. Times New Roman oder Courier New) und die Schriftgröße 12. Als Orientierung: Eine so genannte Normseite hat etwa 1.800 Zeichen. Wenn deine Zahl darum kreist, hast du Seitenränder und Abstände richtig eingestellt.

b. Präsentiere dein Buch kurz und prägnant
Zu einer guten Präsentation gegenüber dem Verlag gehört in der Regel Folgendes:
● Ein kurzes Anschreiben, in dem du dich und dein Projekt in wenigen Sätzen vorstellst
● Ein Exposé von maximal zwei Seiten, das die Protagonisten und den Verlauf der Handlung (auch das Ende!) umreißt
● Eine Leseprobe – einige Seiten aus deinem Manuskript (nicht zwingend der Anfang), aus denen dein Schreibstil ersichtlich wird

Ist dein Manuskript abgeschickt, heißt es zurücklehnen, warten und Geduld beweisen. Die meisten Verlage lassen sich sehr viel Zeit mit dem Lesen der unverlangt eingesandten Manuskripte.

Achtung: Manche Verlage haben auf ihrer Internetpräsenz besondere Vorgaben oder Einsendeprozesse für Buch-Projekte. Hier siehst du, wie das bei Midnight und Forever funktioniert.

Jetzt bist du dran!

Egal, an welcher Stelle des Prozesses du dich gerade befindest, es ist wichtig, dass du deinen Traum fest im Blick behältst. Bleib dran und lass dich nicht entmutigen! Hast du noch mehr Tipps an angehende Schriftsteller? Oder hast du Fragen zu Themen nicht behandelt wurden? Dann lass es uns in den Kommentaren wissen!

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