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Caroline Funke

Checkliste: In 7 Schritten vom fertigen Manuskript bis zur Veröffentlichung

Es ist der Traum eines jeden Autors, sein Manuskript nach Wochen und Monaten harter Schreibarbeit endlich veröffentlicht zu sehen. Doch zwischen der Manuskriptfassung und dem fertigen Buch liegen noch einige wichtige Schritte. Als kleine Gedächtnisstütze haben wir diese hier in einer Checkliste für euch zusammengestellt.

Checkliste: In 7 Schritten vom fertigen Manuskript bis zur Veröffentlichung

7 Schritte

Dauer

Fertigstellung

Schritt 1: Titel finden - so früh wie möglich
Schritt 2: Der Klappentext - so früh wie möglich
Schritt 3: Lektorat und Korrektorat 2 – 4 Wochen ca. 3 Monate vor ET
Schritt 4: Das Cover 1 – 4 Wochen ca. 3 Monate vor ET
Schritt 5: Das Design des Buchinneren 1 – 4 Wochen ca. 2 Monate vor ET
Schritt 6: Festlegung des Preises - ca. 2 Monate vor ET
Schritt 7: Herstellung und Bereitstellung zum Kauf 1 – 4 Wochen 2 – 4 Wochen vor ET

Die Checkliste hier kostenlos als PDF herunterladen.

Schritt 1: Den passenden Titel finden

In der Regel gibt jeder Autor seinem Manuskript während des Schreibprozesses zunächst einen Arbeitstitel. Dieser Titel sollte nicht nur einen Bezug zum Inhalt des Buches haben, sondern auch auf dessen Genre hinweisen. Ein Blick auf die aktuellen Bestseller des entsprechenden Genres kann dabei hilfreich sein. Aber Vorsicht: Es dürfen keine zwei Bücher mit dem gleichen Namen auf dem Markt sein. Recherchiert deshalb gründlich, welche Buchtitel bereits vergeben sind, bevor ihr euch festlegt.

Veröffentlicht ihr in einem Printverlag wird der endgültige Buchtitel von Lektorat, Marketing und Vertrieb des Verlags bestimmt. Häufig spielen dabei wichtige Verkaufsaspekte eine tragende Rolle. Im Digitalverlag haben Autoren oftmals mehr Freiheiten und können aktiver an der Titelsuche mitwirken. Auch hier spielen allerdings Marketingaspekte in die Entscheidung mit hinein. Nur selten wird deshalb aus dem einstigen Arbeitstitel später der endgültige Buchtitel.

Schritt 2: Ein guter Inhalts- bzw. Klappentext

Ein wichtiges Marketinginstrument des Buches ist der Klappentext. Wenn euren Lesern euer Cover gefällt, werfen sie als nächstes einen Blick in die Beschreibung. Diese muss deshalb überzeugen.

Verlage haben viel Erfahrung im Verfassen solcher Texte. Deshalb übernimmt das bei einer Zusammenarbeit euer Lektor. Auch in den meisten Digitalverlagen werden die Inhaltstexte vom Lektorat verfasst.

Veröffentlicht ihr jedoch selbst, gibt es einiges zu beachten. Bevor ihr mit dem Schreiben eures Klappentextes beginnt, solltet ihr euch folgende Fragen stellen:

  1. Was sind die Highlights meiner Geschichte, was macht sie einzigartig?
  2. Wie hebe ich diese Highlights am werbewirksamsten in einem Text hervor?

Der Klappentext ist dementsprechend keine sachliche Inhaltsangabe, sondern soll eine Botschaft vermitteln. Nämlich dem Leser sagen, warum er euer Buch unbedingt kaufen muss.

Konzentriert euch beim Schreiben auf die wesentlichen Dinge. Sucht euch maximal 2-3 Aspekte eurer Geschichte heraus, die ihr für besonders wichtig haltet. Beginnt am besten mit der Ausgangssituation. Benennt eure Protagonisten und verdeutlicht, was sie ausmacht (Alter, besondere Eigenschaften, Beziehungen). Erwähnt in eurem Text jedoch nicht zu viele Figuren, das führt nur zu Verwirrung (2 – 3 Charaktere sollten ausreichen). Verdeutlicht dann den zentralen Konflikt eurer Geschichte. Macht klar, worum es geht und was das Besondere ist. Abschließend könnt ihr mit einem offenen Satz oder einer Frage, die auf den Ausgang der Geschichte abzielt, Spannung erzeugen.

Schritt 3: Lektorat und Korrektorat des Textes

Nachdem ihr monatelang an eurer Geschichte gearbeitet habt, wird es Zeit, diese in fachkundige Hände zu geben. Denn egal wie oft ihr den Text korrekturlest, ihr werdet vermutlich nie alle Fehler finden können. Dafür stecken Autoren meist viel zu tief in der Materie. Deshalb empfehlen wir, den Text einem ausgebildeten Lektor vorzulegen.

Wichtig: das Korrektorat!

Arbeitet ihr bei der Veröffentlichung mit einem professionellen Verlag zusammen, ist das sowieso unumgänglich. Ihr erhaltet ein ausführliches Feedback dazu, welche Textpassagen noch einmal überarbeitet werden müssen. Häufig übernimmt der Lektor auch das Korrektorat des Textes. Dabei werden hauptsächlich Rechtschreib- und Grammatikfehler beseitigt und Schreibweisen im Text vereinheitlicht. Bei größeren Verlagen, wie zum Beispiel Ullstein, ist es üblich, Texte in ein Außenkorrektorat zu geben.

Wollt ihr euer Buch selbst veröffentlichen, müsst ihr rechtzeitig einen Lektor oder Korrektor beauftragen. Professionelle Lektoren sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Plant diese Zeit von vornherein mit ein, damit ihr am Ende nicht in Verzug geratet.

Nachdem das Manuskript aus dem Korrektorat zurück ist, solltet ihr euch wenigstens eine Woche Zeit nehmen, um die Änderungen einzusehen und gegebenenfalls selbst noch einmal Hand anzulegen.

Schritt 4: Das richtige Cover

Während das Manuskript redigiert wird, könnt ihr euch bereits mit dem Coverentwurf für euer Buch beschäftigen. Das Cover ist nicht nur das wichtigste Aushängeschild eures Buches, sondern auch ein Marketingtool. Deshalb empfiehlt es sich, bei der Gestaltung nicht nur auf euren eigenen Geschmack zu vertrauen. Besser ist es, einen professionellen Grafikdesigner zu beauftragen. Denn genau wie beim Buchtitel gilt auch hier: Das Cover muss sowohl einen Hinweis auf den Inhalt des Buches geben, als auch euer Werk richtig platzieren. Überlegt euch vorher ganz genau, wer zu eurer Zielgruppe gehört und wie ihr diese am besten erreichen könnt. Dabei kann es hilfreich sein, sich Buchcover von aktuellen Bestsellern anzuschauen, die Gemeinsamkeiten mit eurem eigenen Werk haben (bezüglich des Themas, des Genres oder der Zielgruppe).

Wenn ihr mit einem Verlag zusammenarbeitet, übernimmt dieser die Recherche für euch. Im Lektorat wird ein Coverbriefing erstellt, welches die wichtigsten Informationen zu eurem Buch enthält. Dieses geht dann direkt an den Grafiker. Im Digitalverlag habt ihr als Autor oftmals etwas mehr Mitspracherecht.  Ihr könnt euren Lektoren eigene Ideen und Beispielcover mit auf den Weg geben. Meist ist es aber am Ende sinnvoll, auf die professionelle Meinung der Experten aus dem Verlag zu vertrauen.

Veröffentlicht ihr selbst, so müsst ihr euer Coverbriefing eigenständig schreiben und eine Agentur oder einen Grafiker finden, der euch das Cover erstellt. Einige Plattformen bieten auch Vorlagen an, mit denen man ein eigenes Cover gestalten kann. Allerdings kann es bei deren Verwendung vorkommen, dass euch nach der Veröffentlichung ein Buch mit sehr ähnlichem Cover über den Weg läuft.

Rikje Bettig: Mörderische UnschuldMord am MainAlexandra Zöbeli: Die Rosen von Abbotswood CastleIsabella Muhr: SchneeglöckchenzauberChristine Jaeggi: Das Geheimnis der Muschelprinzessin9783958190368

Beispielcover von Midnight und Forever, den Digitalverlagen von Ullstein

Schritt 5: Das Design des Buchinneren

Das Innere eures Buches kann verschieden gestaltet werden. Bei bestimmten Büchern, vor allem Sachbüchern und Bildbänden, ist diese Gestaltung sogar unerlässlich. Doch auch Romane profitieren von einem gut durchdachten Innendesign. Dieses reicht von der verwendeten Schriftart und Größe über die Gestaltung der Kapitelüberschriften, die Hervorhebung von Zitaten und anderen Einschüben bis hin zur Einbindung von Bildern oder Zeichnungen. Verlage beschäftigen zu diesem Zweck eigene Grafiker oder arbeiten mit den Agenturen zusammen, die auch ihre Buchcover entwerfen.

Im digitalen Bereich werden für das Design meist Vorlagen genutzt, aus denen entsprechend des Buches eine Auswahl getroffen werden kann. Auch Selfpublishing-Plattformen bieten feste Templates an. Beauftragt man einen Grafiker, sollte man für die Gestaltung des Buchinneren zusätzlich bis zu einem Monat Zeit einplanen.

Schritt 6: Festlegen des Preises

Bevor ein Buch im Handel gemeldet werden kann, muss dessen Preis festgelegt werden. Dieser ist abhängig vom Umfang und von der Ausstattung des Buches. Eine Hardcover-Ausgabe kostet um einiges mehr als ein Taschenbuch. E-Books zu gedruckten Büchern sind wiederum teurer als ein E-Book-Only. Autoren die im Verlag veröffentlichen werden in der Regel von ihrem Lektor über Ausstattung und Preis informiert. Für Selfpublisher kann es hilfreich sein, sich vergleichbare Bücher anzuschauen und so einen geeigneten Preis festzulegen.

Schritt 7: Herstellung und Verkauf des Buches

Habt ihr alles Material für euer Buch zusammen, kann es in der Herstellung fertiggestellt und dann in den Druck gegeben werden. Auch diese Aufgabe übernehmen Verlage für ihre Autoren. Im Falle eines E-Books fällt der Druck weg und es wird eine entsprechende E-Book-Datei (epub oder mobi) erstellt.

Selfpublisher können ihre Daten mit Programmen (wie InDesign o.ä.) in ein entsprechendes Format umwandeln. Beim Upload über einen Dienstleister sollten dann sämtliche Metadaten zum Buch (Beschreibung, Preis, Cover, Innendesign, Kategorisierung, Keywords etc.) bereitgehalten werden.

Um das Buch im Handel erhältlich zu machen, muss es nun nur noch gemeldet werden. Im Printbereich tun dies die Verlage bereits ein halbes Jahr vor Erscheinen des Buches. Sie geben außerdem zusätzlich eine Programmvorschau heraus, die an alle Buchhändler verschickt wird und entsenden Verlagsvertreter, die den Buchhändlern das aktuelle Programm noch einmal persönlich präsentieren.

Im digitalen Bereich können die E-Books direkt online gemeldet werden. Dadurch ist es möglich, Bücher innerhalb von 24 Stunden lieferbar zu machen. Ist dies nicht gewünscht, kann aber auch ein beliebiger Erscheinungstermin festgelegt und das Buch bis dahin auf vorbestellbar gesetzt werden. Digitalverlage melden ihre E-Books meist bis zu einer Woche vor dem Erscheinen.

Von diesem Zeitpunkt an ist euer Werk im Handel erhältlich. Spätestens dann, am besten aber schon früher, solltet ihr mit eigenen Marketingmaßnahmen beginnen.

 


Über die Autorin

Caroline Funke ist Lektorin bei den Ullstein Buchverlagen und arbeitet für die digitalen Imprints Midnight und Forever. Vorher war sie in den Bereichen Lektorat, Online-Redaktion und Online-Marketing unter anderem für den Egmont Ehapa Verlag, den Der Audio Verlag (DAV) und die Eulenspiegel Verlagsgruppe tätig.

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Kommentare (3)

Miriam Debus a.k.a. prinzessinnenundraben schrieb am 15.03.2016 um 21:12Uhr:

"Es dürfen keine zwei Bücher mit dem gleichen Namen auf dem Markt sein." - Sicher? Dass es nicht ratsam ist, bewusst einen vergebenen Titel zu wählen - geschenkt. Aber ganz offensichtlich gibt es Bücher mit dem gleichen Titel auf dem Markt.

Caroline Funke schrieb am 16.03.2016 um 10:58Uhr:

Liebe Frau Debus, da haben Sie natürlich völlig recht, es gibt einige Titel, die nicht dem Titelschutz unterliegen. Ein Titel ist nur dann geschützt, wenn eine unterscheidungskräftige Bezeichnung vorliegt. Das heißt, der Titel sollte das Werk individualisieren und so von anderen abgrenzbar machen. Titel, die sich direkt aus dem Inhalt des Buches ergeben oder aus allgemein gebräuchlichen Phrasen bestehen, lassen sich nicht schützen (z.B. "Die besten Kochrezepte" oder "Reiseführer Miami"). Solche Ausnahmen gibt es auch im belletristischen Bereich bei sehr allgemeinen Bezeichnungen. Allerdings ist es ja Ziel eines jeden Autors und seines Verlags, das veröffentlichte Buch gegenüber der Masse herauszustellen. Was durch einen solchen ungeschützten Titel schwierig wäre. Deshalb sollte man eine kurze Titelrecherche durchführen, bevor man sich festlegt. Der Titelschutz eines Buches erlischt in der Regel, wenn es vergriffen ist.

Checklisten für Autoren: Kurzbiografie und Foto schrieb am 13.04.2016 um 11:17Uhr:

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