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Erfolgreiches Ideenmanagement beim Schreiben. Teil 2

Im ersten Teil der Beitragsreihe erklärt Autorin Susanne Melde, wie sie ihre „Ideen-Glühwürmchen“ hervorlockt. In diesem Artikel beschreibt die Autorin den nächsten Schritt für erfolgreiches Ideenmanagement: Ideen sammeln, sortieren und aufs Papier bringen.

Header: Erfolgreiches Ideenmanagement beim Schreiben. Teil 2

In meinem letzten Beitrag habe ich beschrieben, wie ich meine Ideen-Glühwürmchen hervorlocke. Doch wie bändige ich nun den Schwarm Glühwürmchen, der in meinem Kopf herumschwirrt? Wie bringe ich die zahlreichen Ideen aufs Papier, bevor sie wieder in der Dunkelheit verschwinden?

Eins nach dem anderen

Natürlich könnte ich eifrig in den Schwarm laufen und wild versuchen, so viele Glühwürmchen wie möglich einzufangen. Ab und zu hätte ich mit dieser Strategie auch Erfolg. Doch meist schlage ich die Glühwürmchen durch solch zielloses Handeln nur in die Flucht. Daher schreibe ich mir kurze Stichpunkte zu meinen Einfällen in ein Notizbuch, die ich danach systematisch abarbeite. Häufig muss ich mich zwingen, nicht von einer Idee zur nächsten zu springen. Das gelingt mir nicht immer, aber wenn es gelingt, sind die Ergebnisse meist besser, als wenn ich gleichzeitig an X verschiedenen Textstellen arbeite.

Internet aus. Smartphone weg.

Es gibt Untersuchungen, die behaupten, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne inzwischen kleiner ist als die eines Goldfisches, und dass der bloße Sichtkontakt zu einem Smartphone unsere Intelligenz senkt. Ich sehe das nicht so schwarz, trotzdem kann das verlockende Blinken einer neuen Nachricht auf meinem Handy scheue Glühwürmchen verscheuchen. Deshalb schalte ich das Internet ab und lege mein Smartphone beiseite, wenn ich konzentriert schreiben möchte. So komme ich nicht in Versuchung, „nur ganz kurz“ etwas zu recherchieren, oder von einem lustigen „Hilfe, morgen ist schon wieder Montag“-Bildchen abgelenkt zu werden. Erfolgreiches Ideenmanagement. 2.1

Einfach drauf los!

Auch normale Arbeitsmittel können eine Ablenkung darstellen. Ich nutze ein spezielles Textverarbeitungsprogramm für Autoren, mit dem ich sehr gerne arbeite. Es hat neben der reinen Rechtschreibkorrektur viele Zusatzfunktionen – so kann es unter anderem typische Füllwörter identifizieren. Während ich meinen ersten Entwurf verfasse, deaktiviere ich diese Funktionen jedoch. Es ist schließlich schwer genug, die eigene innere Lektorin abzuschalten, da brauche ich kein Programm, das mich zusätzlich auf potentielle Probleme hinweist.

Schreiben ist Training.

Es gibt kaum einen Schreibratgeber, der nicht betont, dass Schreiben harte Arbeit ist. Man benötigt Durchhaltevermögen, um einen Roman zu beenden. Es macht aber viel Spaß. Und das Beste ist: Schreiben ist Training. Wenn ich gut in Form bin, kann ich mühelos einen Schreibmarathon absolvieren und habe trotzdem gleichzeitig neue Ideen – ohne jedes Mal auf die in Teil 1 vorgestellten Techniken zur Ideenfindung zurückgreifen zu müssen. Deshalb versuche ich, täglich zu schreiben. Regenerationspausen sind natürlich trotzdem erlaubt!

Plotten

Plotten ja, oder nein? Daran scheiden sich die Geister. Bevor ich begann, „Der Täter in der Falle“ zu schreiben, hatte ich bereits die Handlung in groben Zügen umrissen. Für mich ist der Plot vergleichbar zu dem Rohbau eines Gebäudes. Die Kontur ist fertig gestellt, doch das Haus muss noch mit Leben gefüllt werden. Wenn ich eines meiner Ideen-Glühwürmchen eingefangen habe, setze ich es in das passende Zimmer meines Rohbaus. Ich scheue mich auch nicht, einmal eine Wand einzureißen – wenn eine Idee mehr Raum beansprucht. Erfolgreiches Ideenmanagement. 2.2

Musik hilft

Schmetterlinge im Bauch, Tränen, Gänsehaut, Weltschmerz … Nur wenige Dinge transportieren Emotionen so intensiv und berührend wie Musik. Ich verknüpfe meine Ideen immer mit Emotionen. Dann kann ich versuchen, mit Hilfe der passenden Musik einen Zugang zu ihnen zu finden, falls sie einmal verschüttet sind.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Am Ende des gesamten Ideen-Prozesses muss ich auch manchmal loslassen. Denn leider können einige Ideen-Glühwürmchen einen Text zerstören. Auch genial erscheinende Formulierungen entpuppen sich manchmal als Katzengold – glänzende Worthülsen, die nach dem Entpacken inhaltsleer sind. Dann muss ich den Mut aufbringen, diese Textstellen konsequent zu streichen.


 

Über die AutorinSusanne Melde

Susanne Melde, geboren 1981, lebt mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in Dresden. Nach dem Studium war sie unter anderem bei einem Bildungsunternehmen und einer Unternehmensberatung für Fabrik- und Logistikplanung tätig. Heute arbeitet sie bei einem Projektträger. Als begeisterte Leseratte schreibt sie seit vielen Jahren auch eigene Geschichten. “Der Täter in der Falle” ist ihr erster Kriminalroman. Zur Zeit schreibt sie am zweiten Teil der Reihe um die Ermittler Martin Singer und Luisa Leuw. Hier geht es zu ihrer Facebook-Seite.

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Kommentare (1)

Erfolgreiches Ideenmanagement beim Schreiben. Teil 1 schrieb am 21.09.2017 um 14:42Uhr:

[…] Leider können Ideen so flüchtig sein wie Glühwürmchen – sie blitzen kurz im Dunkeln auf, um sofort wieder davon zu schwirren. Wie ich dann die zahlreichen Glühwürmchen einfange, die ich in meinem Kopf entfesselt habe, verrate ich euch in meinem nächsten Beitrag! […]

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