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Linda Vogt

Plotten, was genau ist das eigentlich? Teil 1 der Serie

Das Plotten ist eine sehr komplexe Angelegenheit und wichtiges Handwerkszeug für Autoren. Dieser Beitrag ist der erste Teil einer Mini-Serie. Im dreiwöchigen Rhythmus wirst du hier tiefere Einblicke in die verschiedenen Arten des Plottens bekommen. Zu Beginn geht es erst einmal darum, genau zu definieren, was Plotten überhaupt ist.

Plotten, was ist das eigentlich?

Plotten kommt von Plot und bezeichnet die Erstellung eines Handlungsgerüsts für Geschichten jeglicher Art. Dieses Handlungsgerüst sollte stehen, bevor du anfängst zu schreiben. Anders ausgedrückt: Beim Plotten geht es um eine Auswahl von Ereignissen, die du beschreiben möchtest, und ihre Gestaltung in der Zeit.

Die Erstellung eines Plots vor dem eigentlichen Schreibprozess erleichtert dir das Auserzählen einer komplexen Geschichte. Schon beim Plotten fällt dir auf, ob eine Figur nachvollziehbar handelt und alle Erzählstränge bis zu Ende gedacht wurden. Je strukturierter ein Plot ist, desto leichter wird dir nachher das Schreiben fallen. Und vor allem: Ein gut geplotteter Text hat eine größere Chance auf Veröffentlichung.

Die ersten Schritte zur eigenen Geschichte

Eine Geschichte besteht ganz simpel aus Anfang, Mitte und Schluss. Die gesamte Handlung in diesen Teilen wird auch Plot genannt. Bevor du mit dem eigentlichen Plotten anfängst, solltest du dir über folgende Punkte Gedanken gemacht haben:

1. Wie lautet die Grundidee deiner Geschichte?

Versuche, sie in drei Sätzen so genau wie möglich auf den Punkt zu bringen. Das ist meistens gar nicht so einfach, denn es setzt ein genaues Verständnis für deinen Stoff voraus.

2. In welches Genre passt deine Geschichte?

Krimi, Fantasy, Romance? Oder doch etwas ganz anderes? Überlege es dir genau, denn diese Einordnung ist sehr wichtig, um die richtige Leserschaft zu erreichen.

3. Wessen Geschichte möchtest du erzählen?

Denk dir eine Figur aus und überlege dir, welche Motivation und welche Ziele sie zur Handlung antreibt – von Anfang bis Ende. Es ist wichtig, dass die inneren und/oder äußeren Bedürfnisse, ausgelöst durch ein bestimmtes Ereignis, am Ende wenigstens teilweise befriedigt oder erreicht werden. Zum Beispiel möchte die Protagonistin Eva abnehmen, dies ist ihr deutlich geworden, als sie ihre schlanke Freundin Adama trifft. Am Ende der Geschichte ist sie glücklich verliebt und denkt nicht mehr an ihr Gewicht. Hier ist das von der Protagonistin anvisierte Ziel nicht erreicht worden, aber ein übergeordnetes: Eva hat ihr Glück gefunden, was sie vermeintlich in der Gewichtsreduktion sah.

4. Welche Figuren sind noch relevant?

Eine Geschichte besteht in der Regel nicht nur aus einer Hauptfigur, deswegen musst du dir weitere Figurenprofile überlegen: Wie sieht der Freundeskreis aus, oder das Arbeitsumfeld? Erhält die handelnde Figur einen Gegenspieler? Welche Eigenschaften machen die Figuren einzigartig?

 

Plotten: Das Erstellen eines Plots

Plotten: Das Erstellen eines Plots

Zu Beginn der Geschichte sollte eine zentrale Frage aufgeworfen werden, die es zu beantworten gilt. Dem Anfangskonflikt sollte am Ende ein erreichtes Ziel gegenüberstehen. Zum Beispiel: Bella sehnt sich nach ihrer großen Liebe, am Ende der Geschichte steht sie mit Mr. Right vor dem Traualtar.

Überlege dir, welche Entwicklungen die Figuren machen sollen.

Für einen Plot, also für die Handlung, braucht es handelnde Personen. Diese Handlungen werden in der Regel durch einen inneren und/oder äußeren Konflikt ausgelöst und können auf unterschiedlichste Art und Weise ausgeführt werden. Wichtig ist: Die Figuren müssen aktiv handeln, passive Figuren sind meistens eher langweilig.

In welcher chronologischen Reihenfolge sollen die Handlungen und Ereignisse zueinander stehen? Wie soll die zeitliche Abfolge aussehen?

Die Skizze des Plots zeigt dir in chronologischer Abfolge die Handlungen deiner Figuren, die in einem Kausalzusammenhang stehen sollten, anders gesagt: Eine Handlung bedingt die nächste.

Schreibe und skizziere dir ein Storyboard, verschiebe einzelne Handlungen und Sequenzen und überlege Dir, wo was am besten stehen könnte. Das alles erfordert Zeit, hat aber den Riesenvorteil, dass du am Ende ein Handlungsgerüst hast, an dem du entlangschreiben kannst.

Im nächsten Teil geht es um die grundlegende Plotstruktur der Heldenreise. Die Heldenreise ist ein klassisches Beispiel für das Plotten an sich.

 


Über die Autorin

Linda Vogt arbeitet als Lektorin bei List/Ullstein. Vorher war sie Lektorin bei der Anderen Bibliothek und unter anderem Jurymitglied des „E-Ditio-Independent-Publishing-Award“.

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Kommentare (1)

Plotten mit der Heldenreise schrieb am 25.10.2017 um 13:23Uhr:

[…] Teil 1 der Serie: Plotten, was genau ist das eigentlich? […]

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