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Wie man ein professionelles Foto bekommt. Ein Erfahrungsbericht von Xenia Melzer

Als ich die E-Mail von Dreamspinner erhielt, dass sie die »Gods of War«-Serie veröffentlichen wollen, war ich ganz verrückt vor Freude. Ein Traum wurde wahr. Sie schickten mir den Vertrag, ich suchte mir ein Pseudonym aus und unterschrieb und … es war eine Zeit des Rausches. Sobald der Vertrag unterschrieben war und die wirkliche Arbeit begann, diskutierten mein Mann und ich, ob mein Bild in den Büchern erscheinen sollte. Und falls ja, welches?

Erfahrungsbericht: Wie man ein professionelles Autorenfoto bekommt

Ich mag es immer, wenn ich ein Buch lese und ein Gesicht sehe, das ich mit dem Autor oder der Autorin in Verbindung bringen kann. Und weil die Veröffentlichung für mich eine unglaublich große Sache war, schlug mein Mann vor, dass ich professionelle Bilder komplett mit Make-up und passender Frisur machen lassen sollte.

Hilfe gesucht: Die Vorbereitungen für das perfekte Foto

Für diejenigen, die mich nicht kennen: Wenn ich es einmal im Jahr schaffe, zum Friseur zu gehen, bin ich schon wirklich gut. Ich besitze keinerlei Make-up, weil ich weder die Zeit noch die Fähigkeit oder die Geduld habe, mich regelmäßig zu schminken. Und die Kamera liebt mich nicht unbedingt. Wie ihr sehen könnt, brauchte ich also alle professionelle Hilfe, die ich bekommen konnte.

Erster Schritt: Die Haare müssen sitzen

Zuerst lud ich die Kinder für einen ganzen Tag bei meinen Eltern ab und fuhr dann zu meinem Friseurtermin. Ich habe meiner Friseurin die Situation erklärt und sie war begeistert und versprach, mich gut aussehen zu lassen. Sie schlug ein wenig Farbe vor, um die grauen Strähnen zu kaschieren, von denen ich mehr und mehr bekomme, und schnitt mein Haar auf eine Länge. Das war der einfache Teil. Meine Haare sind ziemlich widerspenstig und meine Friseurin hat beinahe eine Stunde gebraucht, um ein paar Locken hineinzubringen und diese so um meinen Kopf zu arrangieren, dass es gut aussah. Eine Tonne Haarspray fixierte die Locken.

Zweiter Schritt: Das perfekte Make-Up und flatterende Nerven

Erfahrungsbericht wie man ein perfektes Foto bekommt Erst dann konnte ich zu der Frau fahren, die mein Make-Up machen würde. Ich kenne sie schon länger, sie ist gelernte Visagistin. Wir waren uns einig, dass ich immer noch wie ich aussehen sollte, wenn sie mit mir fertig war. Eine Stunde lang trug sie verschiedene Arten Concealer, Make-up, Eyeliner, Puder, Lippenstift, Kajal, Mascara und so weiter auf, bis es mir schließlich gestattet wurde, in den Spiegel zu schauen. Zugegeben, das war noch immer ich, aber das wusste ich auch nur, weil die andere Frau zur selben Zeit lächelte wie ich. Meine Visagistin und ihre Kolleginnen waren von dem Ergebnis begeistert. Sie sagten mir, wie wunderbar ich aussähe. Und ich konnte nur daran denken, wie sehr das ganze Make-up doch juckte. Ich war nervös wegen der Fotos und ich vermute, das hat man gemerkt. Sie boten mir ein wenig Champagner an, um meine Nerven zu beruhigen, aber ich lehnte ab. Dann ging es auf zur nächsten Station.

Dritter Schritt: Eine vertraute Umgebung und ein guter Fotograph

Wie man ein professionelles Foto bekommt. Ein Erfahrungsbericht Zum Glück hatte der Fotograph sich einverstanden erklärt, die Bilder bei mir zu Hause zu machen, weshalb ich mich ein wenig sicherer fühlte. Er hatte mich auch gewarnt, dass es Stunden dauern konnte, bis die richtigen Bilder zustande kamen. Ich hatte mich schon auf einen anstrengenden Abend eingestellt und war positiv überrascht, als er es schaffte, in den ersten fünfzehn Minuten fünf wirklich gute Bilder zu schießen. Wir waren uns einig, dass es nicht besser werden würde, darum packte er seine Ausrüstung wieder ein und ließ mich mit einer Tonne Make-up im Gesicht zurück. Es dauerte eine weitere Stunde, bis ich wieder wie ich selbst aussah. Mein Respekt für jeden, der vor einer Kamera arbeitet, ist in dieser Zeit ins Unendliche gestiegen. Sich für den Lebensunterhalt fotografieren zu lassen ist nichts für faule Leute.

Fazit: Alles für die Bücher

Alles in Allem war es eine interessante Erfahrung, eine, die ich so bald nicht noch einmal machen möchte. Ich bin wohl wirklich nicht für die Kamera geboren, aber ich hoffe, meine Leser haben Spaß mit Gods of War »Renaldo – Zwischen Liebe und Kampf«.


Über die Autorin at_melzer

Xenia Melzer liebte es schon als Kind ihren Fantasien freien Lauf zu lassen und sich eigene Welten auszudenken. Ihr Romandebüt  »Casto«, aus der Fantasy-Reihe »Gods of War«, erschien 2016 zunächst auf Englisch beim Dreamspinner Verlag, bevor sie es ins Deutsche übersetzte, wo die gesamte Romanreihe bei Forever by Ullstein als E-Book erscheint.

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