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Romantic Fantasy – welche Rolle spielt Erotik? Ein Beitrag von Raywen White

Autorin Raywen White ist selbst begeisterte Leserin von Romantasy, also von Romanen, in der Fantasy mit einer gehörigen Portion Liebe verbunden wird. Besonders angetan haben es ihr die Romane von Kresley Cole, Nalini Singh, Gena Showalter oder auch Larissa Ione. In diesem Beitrag erklärt sie, welche Rolle Erotik bei Romantic Fantasy Romanen spielt.

Gastbeitrag von Romantic Fantasy Autorin Raywen White

Romantic Fantasy sind Geschichten, die in der heutigen Zeit spielen, aber noch so viel mehr sind. Sie entführen einen in eine Welt voller Möglichkeiten, die für uns verborgen hinter einem Schleier liegen. Der Welt, in der diese Geschichten spielen, sind keine Grenzen gesetzt. Es muss aber nicht immer der Vampir sein, der die große Liebe findet. ;)

“Für mich ist Erotik ein fester Bestandteil von Romantic Fantasy.”

Ein fester Bestandteil, der für mich enthalten sein sollte, ist, dass es heiß zur Sache geht. In einigen Romanen ist der Erotikbestandteil mehr, in anderen weniger ausgeprägt. Doch für mich gehört es als Leserin einfach dazu. Eine befreundete Autorin hatte dies letztens erst in einem Interview so passend formuliert: „Sex ist ein Teil unseres Lebens und Liebens. Deshalb finde ich Erotikromane meist authentischer als reine Liebesgeschichten.“

Für mich als Leserin fehlt etwas, wenn die Szene mit einem unschuldigen Kuss endet. Insbesondere wenn man als Leserin das ganze Buch über mitfiebert, dass die beiden Protagonisten sich endlich kriegen und dann … genau: Ende. Dabei kann eine gute Erotikszene sowohl die Geschichte vorantreiben, als auch die (romantischen) Gefühle der Protagonisten aufzeigen oder eine weitere Facette ihres Charakters zeigen. Romantisch hab ich extra in Klammern gesetzt. Es könnte ja auch sein, dass es in dem Moment euren Protagonisten wirklich nur um das eine geht.

Magische Fähigkeiten machen Erotikszenen besonders.

Das faszinierende an Erotikszenen im Genre Romantasy, wie man Romantic Fantasy oft abkürzt, ist nicht nur den Charakter, sondern auch das Wesen mit einzubeziehen. Welche Fähigkeiten oder Sinne sind bei euren Protagonisten besonders ausgeprägt und können einen neuen Aspekt in das Liebespiel mit einbringen. Bei Vampiren gehören klassischerweise kleine Beißspielchen mit in die Erotikszene. Aber was ist, wenn ihr jemanden habt, dessen Geruchssinn stärker ausgeprägt ist? Vielleicht habt ihr aber auch jemanden, der besonders heiß ist, … äh … nicht was ihr schon wieder denkt. Bael aus Vergessene Leidenschaft ist ein Drache, der Feuer speien kann. Als solcher hat er auch eine höhere Körpertemperatur. Okay, er ist auch heiß anzusehen, ich gebe es ja zu. :D

“Die Hitze, die die Berührung von Bael in Ashra den ganzen Tag schon auslöste, wurde zu einem brennenden Inferno. Fest rieb sie ihre Arme, als sich eine Gänsehaut bildete. Er streichelte darüber und sie fühlte sich, als würde ein Blitz durch ihren Körper fahren. Die Berührung verstärkte das Feuer, das immer höher in ihr loderte. Es tat weh. Ihr Atem wurde keuchend und sie presste ihren Leib dicht an seinen. Die Hitze, die von ihm ausging, linderte ihren Schmerz. Doch es reichte nicht, sie brauchte mehr. Ihr Atem wurde schneller und sie hatte das Gefühl zu verbrennen. Und doch wollte sie mehr von dieser Hitze, mehr von seinem Feuer. Stöhnend leckte sie sich über die Lippen, schmeckte das Salz ihres Schweißes.”

Auszug aus Vergessene Leidenschaft

Wie oft und wie detailliert ihr eine solche Szene in euren Roman einbaut, hängt davon ab, für wen ihr schreibt und worauf der Fokus der Geschichte liegt. Ihr könnt diesen auf der Liebesgeschichte, auf der Erotik oder aber auch auf den fantastischen Elementen legen. Eure Protagonisten müssen dabei nicht immer gleich im Bett landen. Das ist ja eigentlich das Ziel, doch meist ist der Weg dahin viel interessanter und spannender.

Es muss der richtige Moment sein.

Ihr solltet immer beachten, dass eine Erotikszene zur Handlung passt und auch zu den Charakteren, sonst wirkt diese fremd und störend. Außerdem solltet ihr euch beim Schreiben einer erotischen Szene, egal wie detailliert diese ist, wohlfühlen. Denn wenn ihr nur nach dem Motto ‚Augen zu und durch‘ schreibt, können die Gefühle, die bei einem Liebesroman gerade durch eine solche Szene transportiert werden sollen, nicht rüber kommen. Es soll ja knistern ;). Auch hier gilt der beliebte Leitsatz: Show, don’t tell. Erzählt euren Lesern nicht nur was passiert, sondern zeigt es ihnen.

“Er hatte einen sinnlichen Mund, der ihren Blick fesselte. Mit dem Zeigefinger fuhr sie sanft seine Lippen nach, und er schnappte erfolglos nach ihm. Zögerlich legten sich seine Arme um sie. „Kleines, ich …“ Er unterbrach sich stöhnend, als sie mit ihren Fingernägeln über seine Brust kratzte. Sie wollte nicht reden, wollte nur fühlen. Wollte den Hunger endlich stillen, der in ihr brodelte, seitdem seine weichen Lippen das erste Mal auf ihren gelegen hatten.”

Auszug aus Entfachte Glut

Ich habe Entfachte Glut zuerst für mich privat geschrieben. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass jemand einmal meine Geschichte zu Gesicht bekommt. Was wahrscheinlich auch ganz gut gewesen ist, so konnte ich sehr unbefangen an meine erste Erotikszene herangehen.

Was mir im dritten Teil Flammender Sturm sehr geholfen hat, war Musik. Ed Sheerens ‚Shape of you‘ eignet sich hervorragend für leidenschaftliche Momente. ;)

Wenn die Eltern eure Erotikszenen lesen wollen …

Das Schlimmste, was passieren kann ist, wenn deine Mutter unbedingt dein Buch lesen möchte, nachdem es veröffentlicht wurde. Das war dann auch der Moment, wo ich einer Tomate ähnelte. „Äh, … da kommen Sexszenen vor.“, warnte ich sie.

„Ohne wäre ja langweilig“, meinte sie locker.

Aber zwei Wochen später kam dann der sehr aufgebrachte Anruf meiner geschockten Mutter und ich muss bei der Erinnerung daran immer noch schmunzeln.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Schreiben!

Eure Raywen


Raywen WhiteÜber die Autorin

Raywen White lebt gemeinsam mit ihrem Mann im Raum Frankfurt am Main. Schon als Kind wurde ihr nachgesagt, sie habe eine lebhafte Fantasie. Diese hat sie sich glücklicherweise bis heute bewahrt. Denn erst in den letzten Jahren entdeckte die Diplominformatikerin ihre Leidenschaft fürs Schreiben. Ganz besonders haben es ihr dabei die Genres Fantasy und Romance angetan, die sie gekonnt miteinander verbindet.

Kommentare (1)

Silke Bianca schrieb am 04.09.2017 um 18:26Uhr:

Hey, sehr schön geschrieben. Ich bin wie du ein großer Bewunderer der Romantasy von Kresley Cole und Nalini Singh, aber ich lese auch sehr gern Lara Adrian. LG, Bia

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