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Wie organisierst du erfolgreich deine erste Lesung?

Das eigene Buch vor einem interessierten Publikum vorzulesen, ist ein wichtiger Moment, in dem bekannte und noch unbekannte AutorInnen auf ihre Werke aufmerksam machen. Ob Krimi oder Liebesroman, ob schüchterne oder bühnensichere AutorInnen: Wir haben euch ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen die erste Lesung gelingt und Spaß macht!

Wie organisierst du erfolgreich deine erste Lesung?

1. Wo kannst du Lesungen veranstalten?

Wenn du noch ganz am Anfang deiner AutorInnenkarriere stehst, sprichst du VeranstalterInnen am besten ganz direkt an. Meist werden „NewcomerInnen“ noch nicht mit einer Gage entlohnt und müssen viel selbst organisieren. Doch es lohnt sich! Überlege dir gut, in welches Umfeld dein Buch passt: Gibt es Spezialbuchhandlungen in deiner Stadt, die genau dein Thema treffen? Finden in nächster Zeit kulturelle Veranstaltungen statt, bei denen deine Lesung dankbar ins Programm aufgenommen werden könnte? Gerade die Anfrage bei kleineren, privaten Einrichtungen kann erfolgversprechend sein. Der Pub um die Ecke, das Lesecafé, dessen BesitzerIn Kurzgeschichten schreibt, die Shakespeare-Wochen des lokalen Gymnasiums oder Sommerfeste von Unternehmen und Kultureinrichtungen können Gelegenheiten sein, um zum ersten Mal vor Publikum zu lesen – sei kreativ! Wie in allen Lebenslagen sind auch bei deiner ersten Lesung Kontakte von Vorteil. Wenn ein Freund oder eine ehemalige Arbeitskollegin eine Buchhandlung leitet, könnte die Ortswahl schon so gut wie entschieden sein

2. Wie sprichst du potenzielle Institutionen an?

Wenn du dich für eine geeignete Institution entschieden hast, kommt der nächste Schritt: Kontaktiere die BetreiberInnen und überzeuge sie von deinem Vorhaben! Sei professionell und stelle dein Licht nicht unter den Scheffel. Du bist der bzw. die AutorIn und weißt, was dein Buch zu bieten hat! Wenn du eine Anfrage stellst, ob schriftlich oder mündlich, dann schildere auf jeden Fall, warum deine Lesung an diesem bestimmten Ort gut aufgehoben wäre. Biete Anreize: beispielsweise die Vorlage von Ansichtsexemplaren deines Buchs. Schildere klar, was du dir vorstellst. Nur so können VeranstalterInnen entsprechend auf deine Anfrage reagieren und Kompromisse oder Alternativideen vorschlagen. Sei offen, denn obwohl du monate- oder jahrelang an deinem Buch geschrieben hast, haben VeranstalterInnen möglicherweise mehr Erfahrung darin, was ihre Zuhörerschaft anlockt und fasziniert. Wie organisiert du deine erste Lesung?

3. Wie machst du das Publikum auf deine Lesung aufmerksam?

Einladungen

Eine persönliche E-Mail zu versenden oder ein Facebook-Event zu kreieren, kann bei überschaubarer Veranstaltungsgröße durchaus genügen. Um größere Räume zu füllen, kannst du auf die Kanäle der veranstaltenden Institution oder auf ein eigenes Veranstaltungsmanagementsystem wie Eventbrite zurückgreifen (siehe unsere Checkliste).

Print

Bitte den Veranstalter oder die Veranstalterin, deine Lesung ins Programmheft aufzunehmen. Du kannst überlegen, ob du Flyer und Poster drucken lassen möchtest. Wenn du zum Beispiel deinen ersten Krimi vorstellst, kannst du speziell in Krimibuchhandlungen nachfragen, ob du ein Poster aufhängen darfst. Das alles muss nicht unbedingt viel kosten und kann auch am heimischen Drucker gemacht werden.

Online

Nutze die Macht der Medien, um auf dein Buch und die Lesung aufmerksam zu machen! Gibt es Blogs bzw. Studierenden- oder Kulturportale in deiner Stadt, die gerne über dich und die anstehende Lesung berichten würde? Hast du FreundInnen, die professionelle Fotos von dir machen, die du mit entsprechenden Hashtags auf Instagram hochladen kannst? Vielleicht kennst du sogar jemanden, mit dem du einen gemeinsamen Leseabend gestalten kannst! Doppelt so viele AutorInnen heißt doppelte Reichweite …

4. Was liest du, wann und wie viel?

Die eigentliche Lesung sollte im Voraus gut durchstrukturiert werden. Wird dich jemand anmoderieren? Auch du selbst kannst zu Beginn ein paar einführende Worte an das Publikum richten. Wenn keine Gesprächsrunde eingeplant ist, genügen ein paar Sätze zu deiner Person und dem Buch, das du präsentieren wirst. Hier kannst du die Passagen, die du vorlesen wirst, in einen Kontext setzen und der Zuhörerschaft ermöglichen, besser in das Geschehen einzusteigen. Danach kann es direkt mit dem Buch losgehen. Am besten ist es, ein bis drei Stellen auszuwählen, die von den Hauptorten und Hauptcharakteren der Handlung erzählen, aber dennoch nicht zu viel verraten. Eine gute Wahl wäre beispielsweise ein spannender Dialog, der mit einem Cliffhanger endet. Das Publikum kann so deinen Stil und die Figuren kennenlernen – und wird gleichzeitig neugierig darauf gemacht, was im weiteren Verlauf des Buchs passieren wird. Wenn du mehrere Stellen auswählst, dann vergiss bitte nicht, sie jeweils mit wenigen Worten in die Gesamthandlung einzuordnen. Weniger ist jedoch meist mehr: Dein Publikum erwartet nicht, das gesamte Buch vorgelesen zu bekommen, sondern möchte vor allem einen Eindruck davon zu erhalten, was im Buch passiert – und wie du bestimmte Stellen beim Lesen interpretierst. Wähle daher nur solche Passagen aus, die du selbst besonders magst und die sich für dich einfach lesen lassen. Und zu guter Letzt: Plane Lampenfieber mit ein! Zuhause vor dem Spiegel zu lesen, kann sehr anders sein als vor Publikum. Daher kann es nicht schaden, Sätze zu markieren, bei denen du beim Üben manchmal hängen bleibst. So kannst du dich besser darauf einstellen und im richtigen Augenblick noch einmal tief Atem holen. Wie organisierst du deine erste Lesung?

5. Was kannst du neben und nach der Lesung anbieten?

Neben der Freude, die die Lesung dir und den ZuhörerInnen hoffentlich bereitet, sollte sie auch dazu führen, dass dein Buch an Bekanntheit gewinnt und du die Verkaufszahlen steigerst. Überlege, ob du einen Direktverkauf mit Signierstunde nach und/oder vor der Lesung machen möchtest. Für Fans kann ein persönliches Autogramm sogar ein zusätzlicher Anreiz sein, deine Lesung zu besuchen. Du könntest bedruckte Lesezeichen ausgeben, die von ZuhörerInnen mitgenommen werden können. Hast du eine Website oder einen Newsletter? Dann sorge dafür, dass die URL sichtbar ist und eine E-Mail-Liste ausliegt. Je nach Budget lohnt es sich, deinem Publikum Getränke und Snacks anzubieten. Es muss ja nicht gleich Wein sein – schon Filterkaffee und ein paar Flaschen Sprudelwasser können für eine geselligere Atmosphäre sorgen. Wir wünschen dir jedenfalls viel Erfolg! P.S. In unserem Leitfaden findest du die wichtigsten Tipps nochmal zusammengefasst zum Download!

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